{"id":3369,"date":"2023-05-03T12:43:32","date_gmt":"2023-05-03T10:43:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.igs-nienburg-e.eu\/Zeitung\/?p=3369"},"modified":"2023-05-31T14:22:40","modified_gmt":"2023-05-31T12:22:40","slug":"__trashed-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.igs-nienburg-e.eu\/blaetterwald\/2023\/05\/03\/__trashed-8\/","title":{"rendered":"Die Strahlen des Notausgangs"},"content":{"rendered":"<p>Angst. Hunger. Durst. Drei Gef\u00fchle, die sie seit Stunden plagen. In jedem Moment in dem sie dort weiterhin festsa\u00df, vertiefte sich nur ihre Angst. Die Angst vor dem, was dort drau\u00dfen lauerte. In jeder Sekunde in der sie weiterhin diesen gr\u00fcnen Stift anstarren musste, zerbrach ein weiterer kleiner Teil ihrer Seele. Es war immer noch kalt. Unbeschreiblich kalt. Sie zitterte am ganzen K\u00f6rper. Pl\u00f6tzlich kam eine Art von Rauch aus der Wand. Man konnte ein sehr lautes T\u00fcrschloss h\u00f6ren. Die T\u00fcr \u00f6ffnete sich. Sie quietschte sehr stark und \u00fcbert\u00f6nte fast das recht laute Kichern des Mannes, der nur schwer durch den Nebel zu erkennen war. Er schrie f\u00f6rmlich mit einem gruseligem Unterton die Worte: &#8222;Guten Morgen mein Schatz.&#8220; Sie dachte, dass sie sich das vielleicht nur einbilden w\u00fcrde. Sie rieb sich \u00fcber die Augen und war recht geschockt, doch gleichzeitig auch \u00fcberaus erleichtert, als er nicht mehr da stand. Sie richtete ihren Blick zur T\u00fcr. Ihr Atem stockte, als sie sah, dass sie offen stand. V\u00f6llig kraftlos kroch sie in die Ecke des Raumes. Ihr Blick schweifte panisch nach links und dann schnell wieder nach rechts; und dort stand er. Ihre Hoffnung, dass der Mann wieder verschwinden w\u00fcrde, \u00e4hnelte mit jedem Schritt, den der Mann auf sie zuging, weniger einem Wunsch, als einer Sehnsucht. Doch egal, wie sehr sie sich danach sehnte, er verschwand nicht.<\/p>\n<p>Nun stand er genau vor ihr. Er war durch den Nebel zwar nur schwer zu erkennen, doch sein gruseliges Grinsen war trotzdem nicht zu \u00fcbersehen. Alles f\u00fchlte sich schwummrig an. Sie sp\u00fcrte, wie er sie am Handgelenk packte und sie kurz darauf durch einen dunklen Flur schliff. Er war noch k\u00e4lter, als der Raum, den sie zuvor h\u00fctete. Sie konnte drei ged\u00e4mpfte Stimmen wahrnehmen. Eine von ihnen war weiblich und schrie. Als ihr Blick nach links schweifte, bemerkte sie ein gr\u00fcnleuchtendes Schild, dass auf einen Notausgang hinwies. Sie behielt das Schild f\u00fcr einige Sekunden im Auge, doch in einer Rechtskurve lag ein Stein auf dem schwarzgefliestem Untergrund und sie stie\u00df sich den Kopf. Sie verlor das Schild aus den Augen. Sie hielt sich den Kopf mit der rechten Hand und realisierte erst, als die Stahlt\u00fcr zufiel, dass sie sich wieder in einem dunklem Raum befand, jedoch befand sich in diesem ein Picknickkorb und eine Thermoskanne. Als sie einen Blick in den Korb hineinwarf, sah sie ein Sandwich und erneut einen gr\u00fcnen Stift.<\/p>\n<p>Sie r\u00fchrte diese Dinge nicht weiter an und setzte sich ersch\u00f6pft in eine Ecke des Zimmers. Nur konnte sie nicht lange die Stille genie\u00dfen, da wieder der Rauch aus den Seiten des Raumes str\u00f6mte. Nach wenigen Minuten lag sie bewusstlos auf dem Boden und der Mann wollte sie gerade wieder am Handgelenk packen, als sie ihre Augen schlagartig \u00f6ffnete. Sie griff ihn an seinem Handgelenk. Er erschrak und wich einen Schritt zur\u00fcck, doch sie lie\u00df ihn nicht los. M\u00fchsam zog sie sich hoch. Als sie auf ihren Beinen stand, lie\u00df sie sein Handgelenk los und schaute zur T\u00fcr. Sie stand sperrangelweit offen. Der Mann bemerkte dies und versuchte sie festzuhalten. Sie duckte sich und robbte sich durch seine Beine. Er hielt sie an ihren Beinen fest und schliff sie zur\u00fcck in den Raum. Nichts war wirklich zu erkennen. Sie versuchte nach etwas zu greifen und es gelang ihr den Picknickkorb an sich zu ziehen. Intuitiv griff sie nach dem Sandwich und warf es nach ihm. Ihr gelang es, zu entwischen. Sie entfloh durch die Stahlt\u00fcr und schloss sie schnell hinter sich. Man konnte noch ein Klopfen von ihm wahrnehmen, doch sie ignorierte dies, drehte sich nach links und lief, so schnell sie konnte, zu dem gr\u00fcnleuchtendem Schild, dass sie erst aus den Augen verlor, als sie durch die T\u00fcr in ihre Freiheit floh. Das Gef\u00fchl der K\u00e4lte wird ihr sofort entrissen, als ihr die Sonnenstrahlen ins Gesicht fallen. Nach einigen Metern stoppte sie und schnappte nach so viel Luft, wie es nur irgendwie m\u00f6glich war. Diese Pause hielt nicht lange an. Sie rannte weiter. Sie fiel. Sie stand wieder auf und konnte nicht weit von ihr ein paar Stimmen h\u00f6ren. &#8222;Wo ist dieses Mistst\u00fcck?&#8220; &#8222;Sie ist hier.&#8220; Ohne auch nur eine Sekunde weiter nachzudenken, warf sie einen Stein und rannte in die entgegengesetzte Richtung. 20 Minuten lief sie ohne Pause. Voller Angst blieb sie, als sie die ersten H\u00e4user sah, stehen. Sie st\u00fctzte sich auf ihren Beinen ab und ein Stift fiel ihr aus der Tasche.<\/p>\n<p>Artikelbild von der Autorin (CC Lizenz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Angst. Hunger. Durst. Drei Gef\u00fchle, die sie seit Stunden plagen. In jedem Moment in dem sie dort weiterhin festsa\u00df, vertiefte sich nur ihre Angst. 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