Christopher-Street-Day, Stonewall und der Pride-Month 🏳️‍🌈

Seit dem 01. Juli gehört der Pride-Month Juni 2021 der Vergangenheit an. Doch warum gibt es überhaupt den Pride-Month-Juni? Unsere Redakteurin Annabell Sonntag hat sich mit diesem besonderen Monat und den Veranstaltungen rund um den Juni auseinandergesetzt.

Der Pride Month ist für die LGBTQ+-Community eine wichtige Zeit: Denn besonders in diesem Monat weist die Community auf Missstände gegen queere Menschen auf der ganzen Welt hin. Der Christopher Street Day, an dem auf der ganzen Welt verteilt Paraden und Partys gefeiert werden, hat im Kern eine politische Message. Wo der Pride-Month seinen Ursprung hat und wie er gefeiert wird, erfährst du hier!

Das Stonewall-Inn im April 201903.

Der Pride Month der LGBTQ+-Community findet jedes Jahr im Juni statt und ist für alle queeren Menschen eine Möglichkeit, den Stolz (daher auch „Pride“-Month) für die Offenheit mit ihrer Sexualität zu feiern! Mit „queer“ sind alle Menschen gemeint, die nicht der heteronormativen Norm entsprechen, also bspw. Schwule, Lesben, Bisexuelle, Trans* Menschen und andere aus der Szene! Der Höhepunkt ist dabei der Christopher Street Day, der an die Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 erinnern soll, in der der sogenannte „Stonewall-Aufstand“ stattfand. Damals stürmten Polizist*innen in der Christopher Street in New York gewaltsam die Homosexuellen-Bar „Stonewall Inn“, aber ein Großteil der Besucher widersetzte sich der Verhaftung. Das war ein sehr wichtiger Wendepunkt für die LGBTQ+-Community im Kampf für Gleichberechtigung!

Bis heute erinnert die Parade zum Christopher Street Day an den Aufstand – es handelt sich also (trotz oder gerade wegen der Party drum herum) im Kern um eine politische Veranstaltung. Vielen Menschen der LGBTQ+-Community ist das sehr wichtig! Denn bis heute ist bspw. Homosexualität in manchen Ländern strafbar – und auch in Deutschland ist Gewalt gegen queere Menschen (z.B. Homosexuelle oder Trans* Menschen) leider noch immer keine Seltenheit. Der Christopher Street Day soll auf der einen Seite die Vielfalt der Liebe feiern und zeigen, dass sie bunt und wunderschön ist. Auf der anderen Seite soll allerdings auch auf die Missstände hingewiesen und dagegen protestiert werden.

Der Christopher Street Day, der in den USA unter „Gay Pride“ bekannt ist, wird am 27. oder 28. Juni in jeder Stadt unterschiedlich gefeiert. Zwischen April und September finden allein in Deutschland um die 90 CSD-Events statt. Ein Großteil davon liegt allerdings tatsächlich im Pride Monat Juni. Am Christopher-Street-Day finden große Paraden statt, bei denen traditionell die Farben des Regenbogens getragen werden, die für die LGBTQ+-Community stehen. Doch nicht nur der Regenbogen ist ein Symbol für queere Menschen: Für bisexuelle, asexuelle, intergeschlechtliche oder auch Trans* Menschen gibt es jeweils eine Flagge mit eigenen Farben und einer eigenen Bedeutung! Allein das zeigt, wie vielfältig Liebe und geschlechtliche Identitäten sein können.
Übrigens feiern nicht nur queere Menschen an diesem Tag, sondern auch alle anderen, die sich für die Gleichberechtigung der Liebe und der Geschlechter stark machen. Und das ist auch so wichtig, denn noch immer werden queere Menschen als Minderheit diskriminiert. Egal ob schwul, asexuell, pansexuell, non-binär oder agender: Mensch bleibt Mensch und Liebe bleibt Liebe. Genau das wird im Pride Month hervorgehoben, auf dass sie irgendwann 365 Tage im Jahr auf der ganzen Welt gilt.

Von Annabell Sonntag

Beitragsbild nach CC-Lizenz entnommen aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Street_Day#/media/Datei:Heroes_(3673714005).jpg

Bild der Stonewall-Inn-Bar nach CC-Lizenz entnommen aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Stonewall#/media/Datei:Stonewall_Inn,_April_2019.jpg